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Das Waldbaden

Conrad Amber / Vorarlberg
 

Dieser heiße Sommer zeigt uns auf eindrückliche Weise: Im Wald herrscht ein frisches, kühles und beruhigendes Klima. Da sich die wärmeren Zeiten verstärken und wiederholen werden, kommt dem Walderhalt und dem Waldbesuch immer mehr Bedeutung zu.

 

In Japan seit Jahrhunderten zelebriert, wird das „Waldbaden“ auch in Europa immer bekannter und beliebter. Gemeint ist damit der bewusste und der genießerische Aufenthalt im Wald. Ohne Sportgeräte, ohne Handy und ablenkenden Störungen. Es ist die langsame und sorgsame Erfahrung des eigenen Ichs in der Waldumgebung.

 

Seit vielen Jahren erkunde ich die Wälder Mitteleuropas. Fahre und wandere durch Auwälder, naturnahe Bergwälder, unberührte Schluchtenwälder und halte diese Eindrücke durch meine Fotografien fest. So gut es eben geht. Denn das wahre Erleben, das Aufnehmen durch alle Sinne ist selbst dem guten Lichtbildner verwehrt. Und das mag auch richtig sein.

 

Wo es geht, laufe ich barfuß. Langsam, behutsam, aufmerksam. Spüre an der Fußsohle alle  Veränderungen am Boden. Zuerst trocken und warm, dann kühl und feucht, hart dann weich, stets ist es ein Wechsel der Empfindungen und eine angenehme, gesunde Massage, die ich sehr genieße. Durch das Barfußlaufen wird man gezwungen, verhalten und vorsichtig zu gehen. Man beobachtet den Waldboden, die Umgebung intensiv und konzentriert. Damit geht man auch sehr leise und bemerkt sehr schnell, dass Tiersichtungen oft und unvermittelt passieren. Ein scheues Reh, das Dich beobachtet, der Specht am Baumstamm, der sich nicht von seiner hämmernden Arbeit ablenken lässt, die Schmetterlinge die Dich umkreisen, der herrliche Milan, der über Dir schwebt. Die Tiere nehmen Dich anders und vor allem nicht als Fremdwesen wahr.

 

In diese Stimmung versetzt, beginnt das Waldbaden wie von selbst. Ja, es hat Dich schon eingenommen. Tief atmend, die harzigen Aromen des Nadelwaldes aufsaugend, setze ich bewusst Schritt vor Schritt. Spüre Moose, Wurzeln und Erde. Atme reine, sauerstoffreiche Waldluft ein, öffne Augen, Herz und Seele. Genieße mit jedem Augenblick diese unverfälschte, reine Natur mit all ihren positiven Wirkungen auf mich.

 

Dabei finden wunderbar heilende Prozesse statt, die unbewusst unseren Körper einnehmen. Terpene werden durch Haut und Lunge aufgenommen, kommen alsbald in unsere Blutbahnen und verbessern die Qualität unseres Lebenssaftes. Terpene sind Duftmoleküle, mit welchen Bäume unentwegt mit einander kommunizieren. Und sie bewirken in unserem Körper nicht nur Wohlbefinden, sondern stärken unsere Killerzellen, vermindern Allergene usw. Wir können dies noch verstärken, in dem wir einen Baumstamm berühren, ihn umarmen und dabei kräftig einatmen. Und wenn uns das noch mehr Kraft und Energie gibt, darf dies zum Waldbaden gehören und zelebriert werden.

 

Gesundheit und Wohlbefinden ohne Medizin, ohne Arzt und Therapeut. Nur durch uns selbst und mit Hilfe eines gesunden, naturnahen Waldes.
Conrad Amber, Aug. 2018

Hier finden Sie die Homepage von Conrad Amber: www.conradamber.com


 

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